Der Kranich: Erfolg der europäischen Schutzprogramme

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Das spektakulärste Zeichen für den nahenden Winter ist sicherlich die Migration der Kraniche (Latein: Grus grus) in ihre Überwinterungsgebiete.


D’Krukerten oder d’Huergäns, wie die Kraniche im Volksmund heißen, kommen aus ihren Brutgebieten in Nordeuropa und fliegen in einem etwa 150 km breiten, über Mitteleuropa verlaufenden Zugkorridor in ihre in Südfrankreich und Spanien liegenden Winterquartiere. Aber auch in unseren Gegenden können kleinere Gruppen die Überwinterung wagen.


Der europäische Brutbestand wird mittlerweile auf etwa 60 bis 70 000 Brutpaare geschätzt, wovon allerdings mehr als die Hälfte in Russland brüten. Doch noch vor wenigen Jahrzehnten war der Kranich in vielen nordeuropäischen Ländern akut gefährdet.


Vor allem durch die strengen Schutzmassnahmen der europäischen Vogelschutzrichtlinie 2009/47/EG und die vielen Artenschutzprogramme hat sich der Bestand dieses majestätischen Vogels erholt.




Wichtige Pausen in Feuchtgebieten


Feuchtgebiete sind wichtige Rast- und Nahrungsgebiete für Kraniche, doch diese wichtigen Lebensräume sind auch in Luxemburg stark bedroht: natur&ëmwelt möchte nochmals darauf hinweisen, dass Feuchtgebiete für den Menschen u.a. wegen ihrer enormen Speicherkapazität bei Hochwasser auch für viele Tier- und Pflanzenarten enorm wichtig sind.


Dies beweisen wieder einmal die etwa 500 Kraniche, die in der Nacht vom 11. auf den 12.11.2013 im Alzettetal zwischen Hesperingen und Roeser gelandet sind. Durch diese Flächen wird übrigens die Umgehungsstraße von Hesperingen geplant; sie sind jedoch Teil des Natura2000 Gebietes Vallée supérieure de l’Alzette.


Ob Luxemburg auch weiterhin seinen Beitrag zum Schutz dieser Vogelart und ihrer Lebensräume erbringen wird, wird sich zeigen.





-Francois Benoy,  Photo F.Rollinger