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Waldsymposium "Trends am Bësch" vom 26.03.2015

Der Lëtzebuerger Privatbësch (Groupement des Sylviculteurs a.s.b.l.) ist die Interessensvertretung der Privatwaldbesitzer in Luxemburg und umfasst rund 1900 Mitglieder.


Zu den Aufgaben zählen neben der kostenlosen Beratung für alle Privatwaldbesitzer, die Planung und Organisation von Waldarbeiten, Weiterbildungsangebote, Informationsbereitstellung und die Waldzertifizierung nach PEFC.


Das gemeinsame Ziel zwischen Vereinigung und Waldbesitzer lautet über eine nachhaltige Bewirtschaftung des Waldes die quantitative und qualitative Wertschöpfung zu erhöhen.


Am 26. März 2015 waren wieder rund 100 Teilnehmer der Einladung des Lëtzebuerger Privatbësch zum Waldsymposium 2015 ins Wiltzer „Prabbeli“ gefolgt. Nach der Begrüßung durch den Präsidenten der Organisation, Herrn Hubert de Schorlemer, konnte die Veranstaltung beginnen.



Anton Heibdobler, Geschäftsführer einer Forstbetriebsgemeinschaft und eines Biomasseheizwerkes in Bayern, referierte über die lokale Ernergieerzeugung aus Biomasse.


Aus Sicht der Waldbesitzer konnte sich in diesem Bereich ein krisensicherer, lokal bis regionaler Absatzmarkt entwickeln. Die Nachfrage nach Energie aus Holz ermöglicht demnach die rechtzeitige Pflege von jungen Beständen, welche ansonsten nicht kostendeckend bewirtschaftet werden können.


Wouter Schutyser, PHD Student der Universität Leuven, präsentierte stellvertretend für Prof. Bert Sels den Teilnehmern neueste Erkenntnisse aus der Forschung. Lignin, eine Verkittungssubstanz der Holzfasern, kann als Ausgangsprodukt für die Herstellung von Kunststoffen und Harzen dienen.


Aus Zellulose und Hemizellulose könnte man PET-Flaschen und Autoreifen produzieren. Auch kann man leichte Naphta herstellen, welche zur Produktion von Benzin dienen und damit eine Unabhängigkeit von Erdölimporten ermöglichen könnten.


Als dritter Vortragender gab Herr Claude Turmes, Europaabgeordneter, Einblicke in die Energiepolitik. Zum einen soll der Anteil von Biomasseheizkraftwerken in Luxemburg steigen, zum anderen soll die kaskadische Nutzung weiter intensiviert werden.  Auch der Holzbau, welcher im Gegensatz zu Beton wesentlich weniger CO2 bei der Herstellung produziert, soll mehr Förderung erfahren, etwa durch Anpassung der Steuern.


Herr Staatssekretär Camille Gira unterstrich noch einmal die Notwendigkeit, vom Potential der Biomasseheizwerke Gebrauch zu machen, und sicherte die Unterstützung des Nachhaltigkeitsministeriums bei der Holznutzung und dem Aufbau eines entsprechenden Wegenetzes zu.


Die Veranstaltung fand ihren Ausklang mit einem Ehrenwein, wo die Vorträge des Nachmittags intensiv diskutiert wurden.


Weitere Informationen zum Lëtzebuerger Privatbësch findet man auf www.privatbesch.lu





-Michael Doster -  auch Photo